Ich habe mein Studium abgeschlossen und als Ärztin gearbeitet, im Krankenhaus, in Praxen und später selbstständig. Doch mit den Jahren wurde mir immer klarer, dass etwas Entscheidendes fehlt. Es ging häufig darum, Symptome zu behandeln und Medikamente zu verschreiben, aber selten darum, die Ursachen wirklich zu verstehen oder Gesundheit langfristig zu erhalten. Diese Unzufriedenheit hat mich weiter suchen lassen, bis ich auf die Ernährungsmedizin gestoßen bin. Das war ein Wendepunkt in meinem Denken. Ich habe verstanden, welchen enormen Einfluss Ernährung, Bewegung und Lebensstil auf unsere Gesundheit haben und wie viel wir selbst beeinflussen können. Ich habe mich weitergebildet, geforscht und begonnen, neue Wege zu gehen, mit Intervallfasten, pflanzlicher Ernährung und einem ganzheitlichen Ansatz. Damals war das noch ungewohnt und wurde oft kritisch gesehen, aber ich habe erlebt, was möglich ist, wenn man den Körper anders betrachtet.
Über all die Jahre habe ich viele Menschen begleitet, Kranke, Gesunde, Sterbende und ihre Angehörigen. Und dabei ist mir immer deutlicher geworden, dass Älterwerden kein plötzliches Ereignis ist, sondern ein Prozess, der jeden Tag stattfindet. Heute erlebe ich dieses Thema auch im eigenen Umfeld immer stärker: Menschen werden krank, Diagnosen werden real, und die Fragen werden drängender. Wie wollen wir eigentlich alt werden? Was können wir selbst beeinflussen? Wie gehen wir mit Krankheit, Angst und letztlich auch mit dem Tod um? Genau damit beschäftige ich mich heute. Es geht mir nicht nur um Ernährung oder Bewegung, sondern um das große Ganze: Um Gesundheit, Lebensqualität, Sinn, Würde und einen bewussten Umgang mit dem Leben. Mein Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen und das Älterwerden nicht als etwas zu sehen, das einfach passiert, sondern als etwas, das wir mitgestalten können. Und vielleicht geht es am Ende gar nicht nur darum, länger zu leben, sondern darum, sagen zu können: Es war ein gutes Leben.